Großbritannien hat entschieden…

… und sie haben „Ja“ gesagt zum Brexit. Nach Stand des vorläufigen Endergebnisses haben 51,9 Prozent für den EU-Austritt gestimmt und 48,1 Prozent für einen Verbleib in der EU. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,2 Prozent. Das Ergebnis des Referendums zeigt, die Staaten im Vereinigten Königreich sind uneins. Während die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Schottland und Nordirland für einen Verbleib in der EU gestimmt haben, hat sich die Mehrheit Englands und Wales für einen Austritt ausgesprochen. Ein erneutes Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union in Schottland und Nordirland gilt als wahrscheinlich.

Die ersten Folgen des Brexits sind bereits sichtbar. Das britische Pfund erlebt einen Kursverlust gegenüber dem US-Dollar und dem Euro. Premierminister Cameron kündigte seinen Rücktritt für Oktober an und der Dax brach um knapp zehn Prozent ein. Weitere wirtschaftliche und politische Folgen sind nicht ausgeschlossen.

Was sind die nächsten Schritte? Das weitere Verfahren regelt der Artikel 50 des EU-Vertrages. Großbritannien muss zunächst die EU offiziell über den Austrittswunsch informieren. Danach folgen Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU über die Details des Austritts bzw. über das zukünftige Verhältnis beider. Ziel der Verhandlung ist das Austrittsabkommen. Dafür ist die Zustimmung der EU und Großbritannien notwendig. Auf Seiten der Europäischen Union müssen das Europäische Parlament und mindestens 20 von 27 europäischen Regierungen im Rat der Europäischen Union zustimmen (Großbritannien nimmt nicht teil an der Beschlussfassung nach Artikel 50 Absatz 4 des EU-Vertrages).

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-06/eu-referendum-brexit-abstimmung-live